Der intellktuell insuffiziente Indie Blog

Freitag, Juli 07, 2006

Der Tagesablauf eines Indie-Stars beim Amtsgericht Dortmund

Ich bin es meinen Fans schuldig (6 Stück an der Zahl) mal meinen Tagesablauf beim Amtsgericht Dortmund zu schildern. Für alle, die es nicht wissen, ich mache eine Ausbildung zum Justizfachangestellten.

Wir beginnen um....

7.30 Uhr: Arbeitsantritt in der Ausbildungskanzlei, kurzer Blick in die müden, lustlosen Gesichter der anderen 8 Azubis. Computer an (es könnte ja eine Eilsache kommen) und erstmal hingesetzt und eine Unterhaltung über das Wochenende beginnen.

7.40 Uhr: Bianca kommt zur Tür rein und wird sofort mit den Worten "Lass uns eine rauchen gehen" überfallen.

7.41 Uhr: Die zweite Zigarette an diesem Morgen. Bianca erzählt von ihren Wochenenden und Problemen. Gedanken schweifen ab in den Feierabend und was heute noch alles zu tun ist.

7.50 Uhr: Zurück in der Kanzlei, Leute nerven, das Gespräch vom Wochenende beenden, Fragen, wann jeder in die Abteilung geht und sich über Patricks entblößten Bauch und seine entbllößte Kimme aufregen. Kurzer Aufreger über Satorius, auch Geppi gennant.

8.31 Uhr: Eine Minute zu spät auf der Abteilung, sich gedanklich über die Pingellichkeit aufregen.

8.35 Uhr: Leise fragen, was man tun kann und hoffen, dass man nicht gehört wurde. Erste Gedanken an die Frühstückspause, die erst in einer Stunde beginnt.

9.00 Uhr: Erstes Magenknurren zwischen den Akten, man fragt sich, warum man nicht gefrühstückt hat.

9.15 Uhr: Die Gedanken an die Frühstückspause weiten sich aus "Was ess ich gleich?"

9.20 Uhr: Akte beenden und fragen, ob man schon mal so langsam in die Frühstückspause gehen kann.

9.20 Uhr: Dumme Antwort bekommen "Ich weiß nicht, ob du kannst aber du darfst"

9.25 Uhr: optional: Abholen eines anderen Mitstreiters zur Pause

9.30 Uhr: Sich in die Kantinenschlange einreihend und sich drüber aufregen, wenn man ein Rühreibrötchen bestellt, dass die Kassierin schreit "SIGGI? MACHST DU MIR EIN RÜHREI???"

9.40 Uhr: Sich an den Tisch der anderen Azubis setzen, Unterhaltungen über das Leben, Aufregungen über die langweilige Arbeit und das man nichts zu tun hat, sich fragen, warum der Feierabend noch so weit weg ist. 3. Zigarette an diesem Morgen.

9.50 Uhr: 4. Zigarette an diesem Morgen.

10.05 Uhr: sich unter keinen Umständen zu schnell bewegen, man könnte ja pünktlich zurück in der Abteilung sein.

10.07 Uhr: zurück in der Abteilung Akten bearbeitet, die Lust steigert sich, denn man hat etwas im Magen.

11.45 Uhr: Überlegen, was man wohl bei MCDonalds bestellen wird.

11.50 Uhr: Der Satz "Ich mach dann mal Pause" fällt.

11.53 Uhr: optional: Abholen eines anderen Mitstreiters zur Pause.

11.58 Uhr: Weg zum McDonalds wird bestritten.

12.15 Uhr: Ein Megamenü mit zwei Big Mäc, einer großen Pommes mit Mayo und eine Sprite ohne Eis im Magen, sich freuen, dass man noch eine halbe Stunde Mittagspause hat. 5. Zigarette wird geraucht.

12.40 Uhr: Zurück in der Ausbildungskanzlei, Bianca kommt und erzählt, wieviel Stress sie hat, 6. Zigarette wird geraucht.

12.50 Uhr: 7. Zigarette wird geraucht.

13.05 Uhr: Zurück in der Abteilung, Akten bearbeiten, Post suchen und auf den Satz warten "Du kannst dann gehen".

15.00 Uhr: "Du kannst dann gehen".

15.02 Uhr: optional: Kollektives Feierabendmachen

15.06 Uhr: Heimlich am Hauptausgang rausschleichen und hoffen, dass Geppi einen nicht sieht.

15.08 Uhr: "Wiedersehen Amtsgericht!" rufen, sich noch einmal umdrehen um zu gucken, dass man nicht beobachtet wird, paranoid werden, weil man glaubt beobachtet zu werden.

Bis denn dann